Bericht – Schattenbanken bergen systemisches Risiko

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Nichtbanken-Finanzintermediäre (NBFI) halten mittlerweile mehr als die Hälfte aller weltweiten Finanzanlagen. Doch nicht nur die Vermögenswerte haben sich aus dem Bankensektor verlagert. Die Risiken sind ebenfalls zunehmend in weniger sichtbaren Bereichen des Finanzsystems zu finden, aber die Vorschriften haben mit dieser Verschiebung nicht Schritt gehalten. Den Aufsichtsbehörden fehlt ein umfassender Überblick über die Schwachstellen, die sich im heutigen Finanzsystem bilden. Die EU sollte daher das aufsichtsrechtliche Rahmenwerk für den Nichtbanken-Finanzsektor verbessern.

Anmerkung: Dieser Text ist die Übersetzung eines in englischer Sprache veröffentlichten Texts. Hier das Original lesen

Verflechtung von Banken und Nichtbanken

Wenn Risiken sich aus dem Bankensektor verlagern, verschwinden sie nicht einfach. Und Schattenbanken stellen kein paralleles System dar. Banken und Nichtbanken sind eng miteinander verflochten. Sie finanzieren sich gegenseitig und sind gemeinsam Risiken in Bezug auf dieselben Vermögenswerte und Kreditnehmer ausgesetzt. Durch Wholesale-Finanzierung, Repo-Märkte, Derivate, Wertpapierfinanzierungsgeschäfte, Investmentfonds und Private Credit können Banken erneut unter Druck geraten, wenn sich die Marktlage ändert oder das Vertrauen schwindet.

Da NBFIs eng mit dem Kern des Finanzsystems verflochten sind, stellen sie ein Risiko für die finanzielle Stabilität dar. Finance Watch fordert die politischen Entscheidungsträger und Aufsichtsbehörden der EU auf, die Risiken zu ermitteln, Datenlücken zu schließen und die Regularien für den Nichtbanken-Finanzsektor zu verschärfen.

Risiken ermitteln

Aufsichtsbehörden können nur Risiken steuern, die für sie sichtbar sind. Selbst Banken sind oft nicht in der Lage, ihre eigenen miteinander verknüpften Risiken zu erkennen. Für die Finanzstabilität wichtige Daten – zum Beispiel dazu, wo sich Risiken konzentrieren oder wie viel Fremdfinanzierung sich im System versteckt – sind nach wie vor fragmentiert und nur lückenhaft verfügbar.

Finance Watch fordert, dass diese Informationen den zuständigen Behörden zur Verfügung gestellt und effektiver zwischen Aufsichtsbehörden geteilt werden. Zudem sind systemweite Stresstests auf EU-Ebene unerlässlich, um zu identifizieren, wie sich Stress zwischen NBFIs und Banken übertragen kann.

Risiken begrenzen

Große Nichtbanken sind mittlerweile systemrelevant und sollten entsprechend behandelt werden. Europa braucht einen ganzheitlichen Rahmen für die Aufsicht systemrelevanter Nichtbanken, eine strengere Aufsicht auf EU-Ebene, strengere Meldepflichten sowie Instrumente zur Begrenzung übermäßiger Hebelung, Liquiditätsinkongruenzen und Regulierungsarbitrage.

Die EU sollte zudem bereits eingeleitete Reformen zu Ende bringen – darunter Liquiditätspuffer für Geldmarktfonds und Mindestabschläge für Wertpapierfinanzierungsgeschäfte – und gleichzeitig die Aufsichtsbehörden ermächtigen, mangelhafte oder übermäßig riskante Produkte und Geschäftspraktiken am Markt zu verbieten.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier (in englischer Sprache)

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